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Krankenkassen: Beitragssatz von bis 17% ab 2015

Steigt der Krankenkassen-Beitragssatz auf 17%?

In diesem Jahr gab es noch Geld und Leistungsprämien für die GKV-Kunden. Doch schon in den nächsten Jahren drohen allen gesetzlich Versicherten drastische Beitragserhöhungen.

Der gerade ausgehandelte Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD beinhaltet auch einige Reformen im Gesundheitssystem. Fachleute gehen jetzt davon aus, dass dadurch die GKV-Versicherten mit einer deutlichen Erhöhung der Krankenkassenbeiträge rechnen müssen. Der Gesundheitsökonom Günter Neubauer schätzt, dass der Beitragssatz im Jahr 2017 bei 16% liegen wird und viele Kassen bereits ab 2015 die Beiträge anheben müssen.

Etwas weiter geht der Kieler Gesundheitsökonom Thomas Drabinski. Nach Angaben der „Bild“-Zeitung rechnet er sogar mit einem Anstieg auf 17%. Ein Arbeitnehmer, der monatlich 3.000 Euro brutto verdient, würde dann 2017 monatlich bis zu 45 Euro mehr zahlen müssen. Wer noch mehr verdient, zahlt dann ebenfalls entsprechend noch mehr. „Der neue prozentuale Zusatzbeitrag wälzt die Kostensteigerungen vollständig und einseitig auf Lohn-, Gehalts- und Rentenempfänger ab“, betonte Dabrinski in seinem Statement.

Prämienzahlungen aus dem Finanzpolster

Im ersten Halbjahr 2013 erwirtschafteten die Krankenkassen noch einen Überschuss von 1,2 Milliarden Euro. Damit konnten sie sich spendabel zeigen und ihren Mitgliedern Prämien auszahlen oder einige zusätzliche Leistungen bieten. Die Techniker Krankenkasse (TK) beispielsweise zahlt für die Jahre 2013 und 2014 eine Prämie von bis zu 160 Euro aus. Krankenkassen, die keine Überschüsse in bar ausschütten, bieten zum Beispiel Kostenübernahmen für Zahnreinigungen oder Fitnesskuren an. Insgesamt haben die Krankenkassen ein Finanzpolster von 29 Milliarden Euro, auf das sie zurückgreifen können. Doch damit scheint es unter Umständen bald vorbei zu sein.

Besserverdiener liebäugeln mit der PKV

In der privaten Krankenversicherung sind dagegen die Leistungen zwischen Gesellschaft und Versicherungsnehmer von Anfang an klar vertraglich geregelt und variieren nicht ständig je nach Kassenlage. Eine private Krankenversicherung muss ihre vertraglich zugesicherten Leistungen gegenüber dem Kunden in vollem Umfang erfüllen. Bei kostenbewusstem Verhalten – wenn also keine oder nur wenig Leistungen anfallen – zahlen viele private Krankenversicherer ihren Kunden schon seit je her ebenfalls attraktive Prämien, die man in der PKV Beitragsrückerstattungen nennt. Im Gegensatz zu den eher geringen Rückerstattungen (Prämien) der Krankenkassen betragen diese je nach Anbieter oft bis zu 3 Monatsbeiträge oder mehr – bezogen auf die rückerstattungsberechtigten Tarife. Die private Krankenversicherung (Vergleich der besten Angebote nach Berufsgruppen siehe Sidebar rechts oben) wird bei steigenden Kassenbeiträgen für Besserverdiener, die sich privat versichern möchten, somit noch um einiges interessanter als bisher.

 

 

 

 

Krankenkassen verweigern medizinische Leistungen

Krankenkasse zahlt oft nicht

Weltweit werden die Deutschen um ihr Gesundheitssystem beneidet, das als eines der besten in der Welt gilt. Als Versicherter denkt man deshalb auch, dass die Krankenversicherung alles Notwendige bezahlt. Doch schaut man hinter die Kulissen, entdeckt man schnell, dass das nicht immer der Fall ist. Anscheinend werden Patienten von Krankenkassen, Kliniken und Medizinern regelmäßig und ohne ausreichende Begründung medizinische Leistungen verweigert.

14.500 Patientenbeschwerden

Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD), deren Aufgabe es unter anderem ist, den Patientenbeauftragten der Bundesregierung über Auffälligkeiten, Probleme und besonders wichtige Themen in der Patientenberatung zu informieren, hat innerhalb eines Jahres eine Analyse durchgeführt, bei der 75.000 Beratungsgespräche analysiert wurden. Über 14.500 Patientenbeschwerden über Akteure im Gesundheitswesen sind von April 2012 bis März 2013 bei der UPD eingegangen. Dabei wurden 4900 Fälle festgestellt, bei denen ein begründeter Verdacht bestand, dass Ärzte, Kliniken oder Krankenkassen den Patienten Leistungen verwehrten, auf die sie eigentlich einen Anspruch gehabt hätten. Allein zum Thema Krankengeld seinen ca. 4.800 Beschwerden bekannt.

Versicherte unter Druck gesetzt

Ans Tageslicht kam dabei unter anderem, dass Krankenkassen Zahlungen verweigerten, keine richtigen Auskünfte gaben und Versicherte sogar unter Druck setzten, trotz Arbeitsunfähigkeit wieder zur Arbeit zu gehen. Auch psychisch Kranke seien davon betroffen. Angesichts der derzeit vollen Kassen im Gesundheitswesen und rund 12 Milliarden Gewinn des Gesundheitsfonds kritisierte auch der Bundespatientenbeauftragte Wolfgang Zöller (CSU) dieses Verhalten und brachte schärfere gesetzliche Regelungen ins Spiel. Die vollständige Analyse kann auf der Homepage der UPD eingesehen werden: Monitor Patientenbefragung auf der UPD-Homepage.